Vom Universum und vom Menschen zu Der Mensch ist das Universum. Eine neue Sicht des Menschen

Seit meiner Kindheit hat mich die unendliche Weite des Universums fasziniert, die man vor allem nachts wahrnimmt, wenn die Sterne funkeln. Daraus erwuchs mein Wunsch, die Geheimnisse des Universums zu ergründen und mich schließlich für die Astrophysik zu interessieren.

Nach einigen Jahren intensiver Beschäftigung mit diesem Thema ergaben sich für mich folgende Erkenntnisse:

  • Man kann zwar den Beginn des Universums in Form einer intensiven Lichtquelle bestimmen, die einem extrem kleinen Raum entspringt, aber je näher man sich diesem Big Bang annähert, desto mehr schwindet dieser Raum und es bleibt schließlich nur noch die Zeit übrig, aus der der Raum entstanden sein muss. Man kann sich dem Nullpunkt des Big Bang nur bis auf 10-43 Sekunden nähern, einer Zeiteinheit, die der deutsche Physiker Max Planck, der Wegbereiter der Quantenphysik, definiert hat. Vor dieser Zeit sind die vier Grundkräfte, die unser jetziges Universum bestimmen, in einer einzigen Kraft vereint.
  • Alles, was man vom Universum wahrnehmen kann, beläuft sich auf 5% des gesamten Universums. Die Strahlung, die den Raum durchquert, wird auf ihrem Weg durch für uns unsichtbare Massen abgelenkt, die wir mit unseren physikalischen Verfahren  nicht direkt erfassen können. Daraus ergeben sich im Universum zum einen messbare Bestandteile, also Materie bzw. das „Physische“, und zum anderen nicht konkret nachweisbare Bestandteile, die man an als dunkle Energie und dunkle Materie bezeichnet. Unsere Kenntnisse der physikalischen Gesetze, die das Universum beherrschen, erlauben uns nicht, Letztere zu erforschen. Aus diesem Grunde kann man sie auch als etwas „Metaphysisches“  bezeichnen und zwar insofern sie “außerhalb der bekannten Physik“ anzusiedeln sind, nicht zu verwechseln mit der Metaphysik im philosophischen Sinne.

In all den Jahren der Beschäftigung mit diesem Gebiet habe ich gelernt, meine Wahrnehmungen zu erfassen und zwar nicht, um sie zu analysieren und zu identifizieren, sondern um sie zu verstehen, um ihre Existenz zu akzeptieren, obwohl mein Wissen mir nicht erlaubt, sie mit Worten zu beschreiben. Ganz im Gegensatz dazu häufen wir in einem klassischen Studiengang immerzu Wissen an, was uns letztendlich daran gewöhnt etwas zu erfassen, um Antworten geben zu können. Das heißt nichts anderes als dass wir disponiert sind, nur jene Informationen zu erfassen, die wir mit unserem erworbenen Wissen analysieren können, wobei die Existenz jener Informationen verworfen und verneint wird, die unsere Verständnislücken aufzeigen.

Die Beschäftigung mit der Kosmologie, also der Entstehung und Entwicklung des Universums, sowie der Exobiologie, der Entstehung des Lebens im Universum und dessen weitere Entwicklung, haben es mir ermöglicht zu akzeptieren, im Menschen ein Geschöpf und nicht einen  Schöpfer zu sehen, ein kleines Sandkorn nur im Schoße dieses Universums.

Unser Universum ist vor etwa 14 Milliarden Jahren während eines Urknalls entstanden, einem Moment des Übergangs von einer Kontraktion zu einer Ausdehnung, wobei sich die vier Grundkräfte separieren konnten, die dann alles, was existiert, bestimmen. Drei davon, die starke Wechselwirkung (sie hält in den Atomkernen die Nukleonen zusammen), die schwache Wechselwirkung (sie verwandelt die Protonen in Neutronen und umgekehrt) und die Gravitation (die Anziehungskraft, die sich auf alle  Massen auswirkt) gewährleisten die Struktur, die Ordnung und die Stabilität der verschiedenen Elemente, aus denen das Universum besteht, also seine Rationalität. Die vierte Kraft, die elektromagnetische Kraft, verleiht den Atomen ihre Struktur, indem sie die Elektronen an die Kerne bindet. Zum anderen sorgt sie auch für die Bindung der Atome untereinander, indem sie sie dazu zwingt, ihre Elektronen miteinander zu teilen um Moleküle zu bilden. Und schließlich regt sie die Moleküle dazu an, ihrerseits lange Ketten zu formen, um schließlich die längste dieser Ketten zu bilden, die DNA. Die DNA wiederum ermöglicht, dank des in ihr kodierten Genoms, das Leben. Die DNA verkörpert folglich das Bindeglied zwischen dem Menschen und dem Universum, was die Erbanlagen angeht. Diese Feststellung hat mich dazu gebracht, mich für den Menschen zu interessieren, einem Element des Universums, um zu versuchen, das zu erfassen, was schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist, bei der Erforschung des Universums unmittelbar zu erfassen und zu verstehen. Aus diesem Grunde habe ich die Astrophysik aufgegeben, um mich dem Studium des Menschen und damit der Medizin zu widmen.

Mein Interesse für die Astrophysik hat mich gleichsam auf natürliche Weise dazu gebracht, mich insbesondere für die Entstehung eines Wesens in einer Welt zu interessieren, die wir von außen betrachten  können, nämlich den Uterus einer schwangeren Frau. Wir können die Vorgänge im Uterus zwar von außen betrachten, aber wir müssen darüber hinaus auch bereit sein, eine ganz spezielle Perspektive einzunehmen und dann eben jene Analyse anzustellen, die wir vornehmen müssten, wenn wir in utero platziert wären, d.h. in diesem ganz speziellen experimentellen Rahmen und mit dem Wissen über die physischen Vorgänge, das diese Situation ermöglicht. Dies erlaubt uns auf der Basis des Wissens, das uns unsere wirkliche Lage in einer jenseitigen Welt verleiht, auf folgende  Fragen zu antworten: Woher kommt der Mensch? Warum existiert er? Warum muss er sterben?

Alles beginnt mit der Penetration des Spermiums in die Eizelle. Dies geschieht normalerweise im äußeren Drittel des Eileiters. Ohne diese Penetration kann die Eizelle nicht spontan überleben. Das Spermium ermöglicht ihr aktiv zu werden, sich zu teilen und sich zu entwickeln. In diesem Stadium stellt diese Gebilde eine Zelle dar, die das gesamte genetische Kapital enthält, auf das sie sich stützen kann um sich in ein Wesen zu verwandeln, und zwar sowohl hinsichtlich ihrer funktionellen als auch ihrer strukturellen Merkmale.

Diese Zelle wandert ungefähr fünf Tage lang durch den Eileiter, bis sie dann die uterine Welt betritt. Erst wenn sie in der uterinen Welt ankommt, wird sie für alles sichtbar, was in dieser Welt existiert. Das bedeutet, dass alles, was vorher passiert, dem Bewusstsein entgeht, das man als Element der uterinen Welt haben kann. Da wir uns jedoch in einer jenseitigen Welt befinden, haben wir eine Vorstellung vom gesamten Ablauf und erschließen uns damit einen anderen Kenntnisstand.

Diese erste Zelle kann sich nur bilden, wenn zwischen den beiden Elementen, aus denen sie besteht, etwas Gemeinsames vorhanden ist. Die Eizelle im Eierstock der Frau ist zu einem Zeitpunkt entstanden, als diese Frau Fötus im Uterus ihrer Mutter war. Das bedeutet, dass die Eizelle die Gedächtnisinhalte einer vergangenen Welt besitzt, wogegen das Spermium, entstanden in den Hoden des Mannes, in der Welt jenseits der uterinen Welt existiert und deshalb die Gedächtnisinhalte einer zukünftigen Welt besitzt, wenn man sie auf die uterine Welt bezieht. Das einzig Gemeinsame, das diese beiden Halbzellen haben können, besteht darin, dass sie die Realität des gegenwärtigen Augenblicks ihres Zusammentreffens erleben. Es handelt sich also nicht mehr um eine Frage des Raumes oder der Struktur, sondern der Zeit, die durch die Harmonisierung der Gedächtnisinhalte deren Vereinigung in der Realität derselben Raum-Zeit ermöglicht, wie unter dem Stab eines Orchesterdirigenten. Auch da existiert die Zeit vor dem Raum und man kann hier zu Recht eine Analogie herstellen zur Phase vor dem Urknall des Universums und der Vereinigung der vier Grundkräfte in eine einzige.

Zwischen dem siebten und zehnten Tag nistet sich die Zelle, die sich inzwischen geteilt und vermehrt hat, in der Schleimhaut des Uterus ein und entwickelt sich nun zur Plazenta. Unmittelbar nachdem sich die Plazenta als unabdingbares funktionales Element für die weitere Entwicklung konstituiert hat, entwickelt sich eine weitere funktionale Struktur, ein Embryo, der gegen Ende des dritten Monats zum Fötus wird. Diese beiden Strukturen verbinden sich durch ein ihnen gemeinsames Element, die Nabelschnur.

Die Plazenta spielt während der ganzen Schwangerschaft eine aktive Rolle. Sie ist der Bereich des Austausches zwischen Mutter und Fötus, indem sie die Funktionen der Atmung, der Ernährung und der Elimination der metabolischen Ausscheidungen des Fötus wahrnimmt. Sie verhält sich dabei nicht wie ein einfacher Filter, denn sie transformiert Elemente, wie das durch die chemischen Unterschiede zwischen dem fötalen und dem mütterlichen Blut zum Ausdruck kommt. Zu dieser gewichtigen Rolle kommen endokrine Funktionen von allergrößter Bedeutung hinzu. Sie spielt nämlich eine entscheidende Rolle für das hormonelle Gleichgewicht, wovon der Fortbestand der Schwangerschaft oder die Einleitung der Entbindung abhängen. Die Plazenta nimmt all diese Funktionen wahr, ohne auch nur die geringste Ahnung davon zu haben, was sich in utero entwickelt, denn sie ermöglicht die Entwicklung einer funktionalen Struktur, die nicht in der Lage ist, spontan in dieser Wasserumwelt zu überleben.

Der Fötus bleibt dagegen passiv. Er kann keine jener Funktionen wahrnehmen, die für ihn nach seiner Geburt notwendig sein werden um Beziehungen herzustellen, um eine Zone des Austausches mit seiner Umwelt zu sein, so wie das die Plazenta in utero tut.Schon zu Beginn besitzt die erste Zelle sowohl das Wissen vom gesamten genetischen Kapital des Wesens als auch dessen funktionale evolutive Struktur mit seinen beiden Facetten (Plazenta und Fötus) und deren gemeinsames  Element  (Nabelschnur). Sie gibt dieses Wissen den beiden Strukturen weiter, die sich dann jedoch völlig unterschiedlich entwickeln. Jede Struktur enthält also dasselbe Genom, aber eine unterschiedliche funktionale und strukturelle Entwicklung für den Fall, dass es sich erneut entwickeln müsste. Allein die das ihnen gemeinsame Element bleibt unveränderlich.

Allein die Plazenta ist aktiv und folglich durch ihre Funktionen und die sich daraus ergebende Struktur wahrnehmbar. Der Fötus dagegen ist passiv und deshalb aufgrund der fehlenden Expression seiner aktiven Funktionen innerhalb dieser uterinen Welt nicht wahrnehmbar. Das bedeutet, dass die Plazenta keinerlei Ahnung von der Anwesenheit des Fötus hat, wobei sie jedoch mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft feststellen wird, das sie immer weniger Platz in dieser Welt hat und dass sie keinerlei Kenntnis von einer unsichtbaren, aber in ihren Auswirkungen doch wahrnehmbaren Masse hat.

In Analogie zum Wissen über unser galaktisches Universum, das aus physischen und metaphysischen Elementen besteht, kann man nun zu Recht schlussfolgern, dass in diesem uterinen Universum die Plazenta ein gewöhnliches physisches Element darstellt und die Einheit Nabelschnur-Fötus, die ja für alles, was im Inneren des Uterus existiert, unsichtbar bleibt, ein metaphysisches Element. 

Mit dem Ende der aktiven Funktionen der Plazenta, also ihrem Tod, kann der Fötus in eine andere Welt ausgestoßen werden, in eine Luftwelt, die sich von der Wasserwelt des Uterus unterscheidet. Man kann nun in der Tat sagen, dass nur ein Teil des Wesens sterblich ist, nämlich der physische Teil, wohingegen der metaphysische Teil unsterblich ist.

Der Mensch tendiert dazu, sich als vom Universum getrennt zu betrachten und das ist ein Irrtum, da er ein lebender Bestandteil des Universums ist. Wenn man vom Ursprung und der Entwicklung des Universums spricht, dann bedeutet das, dass man damit auch vom Ursprung des Menschen und seiner Entwicklung spricht. Alles, was den Menschen ausmacht, genauso wie alles, was im Universum existiert, ist dem Universum entsprungen.

Im Augenblick seiner Geburt ist der Fötus, genauso wie die Eizelle, die gerade den Eierstock verlassen hat, mit den Gedächtnisinhalten einer vergangenen Welt ausgestattet und nicht überlebensfähig, wenn er nicht durch die Informationen der ihn empfangenden Welt einerseits und durch die im Verhältnis dazu wiederum jenseitige Welt andererseits stimuliert wird. Er muss die Realität des gegenwärtigen Augenblicks akzeptieren, damit Luft in seine Lungen dringen kann. Das ist ein wahrhaftiger Urknall, der sich in einem Schrei äußert, der die Umstehenden erfreut, da er das momentane Überleben des Säuglings wahr werden lässt. Wenn wir die Entwicklung in der uterinen Welt und in der galaktischen Welt gedanklich fortführen, dann entspricht der neugeborene Säugling nichts anderem als der ersten Zelle. Er muss zuerst ernährt werden, bevor er nach einer bestimmten Zeit jene binäre Gestalt exprimieren kann, die sowohl in utero als auch im galaktischen Universum vorliegt.

Seit seiner Entstehung in utero hat der Säugling als fötale Zelle das gesamte genetische Kapital erhalten, das die Programmierung des Universums ausmacht, und die Anweisung, eine funktionale Dualität zu verwirklichen, um diese Programmierung umzusetzen und sie insbesondere einer jenseitigen Welt zu übermitteln, genauso wie das in utero geschehen ist und wie das in dem Universum, in dem wir jetzt enthalten sind, der Fall zu sein scheint.

Nach ein bis zwei Jahren kann der Säugling schließlich seine Existenz bewältigen, indem er ausdrücken kann, was für sein Überleben notwendig ist. Es folgt  dann eine normale physische Entwicklung, die von Individuum zu Individuum verschieden ist und die in Bezug zu seinem vergangenen Erbe steht und zu einem unsichtbaren metaphysischen Element. 

Das Metaphysische hat zwei Bestandteile, so wie das Energiequantum Photon, das an elektromagnetische Wellen (von Radiowellen über das sichtbare Licht bis hin zu Gammawellen) gebunden ist und das sowohl Welle als auch Teilchen ist. Das Photon hat die Existenz der DNA ermöglicht. Es entspricht:

  • einerseits der Verwirklichung der Programmierung der räumlichen Entwicklung des Universums, so wie die Kosmologie und die Exobiologie sie beschreiben: am Anfang steht der Urknall mit seinen Energieteilchen, der rationalen Basis für die weitere logische Abfolge der Ereignisse, dann die Verdichtung und Bildung von Sternen und Planeten, der notwendigen Grundlage für das Leben, und schließlich die verschiedenen aufeinanderfolgenden Erscheinungsformen des Lebens, so wie wir sie kennen: die Mineralisierung der Erde, die Zersetzung der mineralischen Elemente durch die Kraft des Wassers, um eine Grundlage zu schaffen, die sich für die Entwicklung von Pflanzen eignet, damit die anaerobe Welt sich in eine aerobe Welt verwandeln kann, was schließlich das Auftreten des Menschen ermöglicht. Alle diese Stufen sind die aufeinanderfolgenden Ergebnisse von Prozessen, in denen etwas Metaphysisches aus Physischem entstanden ist, um seinerseits wieder zu etwas Physischem zu werden und zwar in einer Welt, die sich von jener unterscheidet, die vorher existiert hat.
  • andererseits der Programmierung der zeitlichen Entwicklung des Universums, die erforderlich ist, um deren räumliche Realisierung zu lenken; diese Planung kann nur zwischen dem Physischen und der räumlichen Realisierung des Metaphysischen angesiedelt sein und zwar im Hinblick auf die Riesenmoleküle der DNA, die ihrerseits, je nach dem zu erzielenden räumlichen Ergebnis, unterschiedliche Genome bilden; dieses Band, das das Physische und das Metaphysische eng aneinander bindet und das in der uterinen Welt die Nabelschnur (zwischen Plazenta und Fötus)  ist, wird im Augenblick des Todes des Physischen zertrennt, um das Metaphysische freizusetzen. Dieses Band entsteht dann wieder neu in derselben Situation, wenn das Metaphysische wieder zum Physischen wird, um sich dann wiederum mit einem neuen Metaphysischen zu verbinden. Es  ist folglich stabil und unsterblich und würde deshalb die Bezeichnung ‚Seele‘ nach religiöser Definition verdienen, wenn dort vom „geistigen Prinzip gesprochen wird, von einer metaphysischen Dimension, die vom Körper getrennt werden kann, die unsterblich ist und die vom Gott des Universums gerichtet wird“. Sagt man nicht, wenn man stirbt, dass man die Seele aushaucht (Anm. des Übersetzers: im französischen Originaltext: „… die Seele zurückgibt.“)

Aus diesem Grunde kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass die bei einem Menschen festgestellten Krankheitssymptome, die ja nur auf der Ebene des gewöhnlich Physischen, also auf seiner materiellen Seite,  zum Ausdruck kommen, oft nur eine Störung im metaphysischen Bereich eines Wesens anzeigen, der unseren Untersuchungsmethoden nicht direkt zugänglich ist. Somit können wir eine neue Definition von Gesundheit formulieren, die nämlich darin besteht, die Entwicklung der Programmierung des Universums zu respektieren, was eine Harmonie zwischen dem Physischen und dem Metaphysischen eines menschlichen Wesens voraussetzt.

Die Suche nach einem physikalischen Verfahren, um diese Harmonie wiederherzustellen, war der Motor für meine Existenz, denn ohne die Wiederherstellung dieser Harmonie verliert die Schulmedizin einen Großteil ihres Wertes und ihrer Wirksamkeit, was ja der Grund für den Aufschwung der verschiedenen Formen alternativer Medizin gewesen ist. Es wäre zu lang und hier nicht sinnvoll, dieses Verfahren zu erläutern, aber ich werde das gerne für Interessierte bei einer anderen Gelegenheit tun.

Nichtsdestoweniger kann man sich davor schützen in Disharmonie zu geraten, wenn man bestimmte Haltungen einnimmt.

Hier zeigt uns die Epigenetik, wie Krankheit zustande kommt, außer in dem Fall, in dem  eine äußere Aggression (z.B. Radioaktivität) ein Gen in seiner Beschaffenheit in Mitleidenschaft gezogen hat. Das Genom ist nämlich normalerweise nicht die Ursache für eine Krankheit, sondern das Epigenom. Das Genom stellt die Gesamtheit des genetischen Materials eines Individuums oder einer Art dar und es ist in seiner DNA kodiert. Es ist gleichsam sein gesamtes Erbgut, das wie in einem Buch aufgeschrieben steht. Das Epigenom dagegen ist die Art und Weise, wie man dieses Buch liest und deshalb ergeben sich daraus unterschiedliche zelluläre Funktionen, je nachdem wie man das Gelesene verstanden hat.

Bei unserer Geburt verfügen wir über ein genetisches Kapital, das von unserer Erblinie stammt. Dieses genetische Kapital ist bei allen Elementen einer Erblinie derselben Art gleich. Unser Umfeld, unsere Familie mit ihren Gewohnheiten und Sitten, die Religion und die Erziehung bestimmen, wie wir unsere Geschichte lesen. Zu Beginn unserer Existenz können wir sie nur entweder ähnlich oder gegensätzlich im Hinblick auf unser Erbe lesen, je nachdem wie wir den gegenwärtigen Augenblick wahrnehmen. In Bezug auf eine Referenz, z.B. das elterliche Vorbild, verfügen wir nur über eine einzige Reaktionsweise, um unsere Dualität auszudrücken: entweder die Akzeptanz bzw. die Nachahmung oder die Ablehnung bzw. die Opposition. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Handlungsweisen in der Form, aber absolut gesehen sind sie im Grunde identisch. Dank der Ereignisse, die unsere Existenz bereichern und unter der Voraussetzung, dass wir bereit sind, diese Ereignisse zu begreifen, können wir das Buch unserer Geschichte auf eine andere Art und Weise lesen und wir ermöglichen ihm so, neue Dinge auszudrücken, obwohl es sich immer noch um dasselbe Buch handelt. Darin besteht die Stärke der Epigenetik, die die übertragbaren und die reversiblen Änderungen der Expression unserer Gene bestimmt, ohne deren Struktur zu verändern. Die epigenetischen Phänomene sind gleichsam ein Programm, das entscheiden kann, welche Gene einzuschalten oder abzuschalten sind.

Das Problem, das sich nun stellt, ist folgendes: Wie kann man das Umfeld so modifizieren, dass die Lektüre der Gene keine zellulären Dysfunktionen provoziert, die dann Krankheitssymptome hervorrufen, die lediglich einen funktionalen Konflikt anzeigen. Da man unser Umfeld aber nur schwer ändern kann, ist es uns dennoch möglich, unser Umfeld auf eine andere Art und Weise wahrzunehmen und folglich unsere Haltung zu ändern.

Zunächst einmal ist es wichtig zu hören um zu verstehen und nicht um zu antworten. Das bedeutet, dass wir das, was wir auf emotionaler Ebene wahrnehmen, in seiner zellulären Resonanz des gegenwärtigen Augenblicks, also ohne unser Wissen und unsere Kenntnisse zu bemühen, akzeptieren und nicht etwa eine mentale, wissensgesteuerte Resonanz einleiten. In unserem Universum ist der Mensch das letzte Glied einer Evolutionskette, die mit dem Urknall ihren Anfang nahm. Wie Lamarck und Darwin betont haben, bringt die Funktion das Organ hervor. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was diese Evolutionskette in ihren verschiedenen zellulären Funktionen, die den Menschen als Kind des Universums charakterisieren,  ausmacht, ist es sinnvoll, nicht die verschiedenen aufeinanderfolgenden Materialisierungen vom Urknall bis zum Menschen zu betrachten, sondern die Funktionen, die sie symbolisieren.

Das Kind kann nur dann existieren, wenn die elterlichen Funktionen sich bestätigt haben.

Die elterlichen Funktionen werden einerseits wiedergegeben durch das Bild des “Vaters“, den “Himmel“, die Energie, die Kraft, das Rationale, welches den Beginn der Evolution des Universums mit dem Auftreten der vier Grundkräfte und dem Wissen um eine memorielle Zukunft, also eines Evolutionsplans, darstellt: die DNA; und andererseits durch das Bild der “Mutter“, der “Erde“, das schützende und nährende Band, das Affektive.

In der Beschreibung des Universums entsprechen diese beiden Funktionen dem Erbe aller gespeicherten Informationen der kosmologischen Phase. Anschließend offenbart die Exobiologie die Inhalte sukzessiver Informationsspeicher: das “Mineralische“,  Ursprung unseres Mesoderms, “das Tierische“ für unser Endoderm, “das Pflanzliche“ für unser Ektoderm und schließlich das “Menschliche“ für unser Emotionales, das die Gegenwart anzeigt, vorausgesetzt, dass das Emotionale die zelluläre Resonanz mit einer empfangenen Information darstellt. Im Gegensatz dazu kann eine psycho-mentale Resonanz immer nur an eine erinnerte Vergangenheit oder eine imaginäre Zukunft gebunden sein. 

So können wir verstehen, wie sich die zelluläre Dualität des physischen Teils des Menschen entwickelt hat, und zwar mit einer materiellen groben Seite (Mesoderm, Endoderm und Ektoderm) und einer psychischen subtilen Seite (das Rationale, das Affektive und das Emotionale). Die Eigenschaften dieser Dualität finden sich im Funktionieren jeder einzelnen Zelle wieder, da sie von diesen sukzessiven Erbinhalten abhängen, die sie an die Entwicklung des Universums binden.

Damit die Epigenetik jedoch unsere Art des Lesens im Buch unserer Geschichte als außergewöhnliche, einzigartige  menschliche Wesen, die das Ziel haben, die Entwicklung unseres metaphysischen Teils gemäß der Programmierung des Universums zu ermöglichen,  nicht modifiziert, müssen wir darauf achten, dass sie die Lektüre des menschlichen Genoms, also die aktiven Gene der DNA, nicht verzerrt. Wir können nachfolgend das Genom des menschlichen Wesens, das ja das Ergebnis von sukzessiven Transformationen ist, die sich vom Physischen zum Metaphysischen seit dem Beginn des Universums bis hin zum Auftreten des Menschen in unserem Universum, ereignet haben, darstellen und dabei all die epigenetischen Möglichkeiten  aufzeigen, die das menschliche Epigenom bei seiner Lektüre modifizieren können und eine Disharmonie in der Expression unseres physischen und unseres metaphysischen Teils hervorrufen können.

Die psychische Seite der Zelle macht das Wissen des zellulär Mentalen aus. Man muss also maximal die Realität des gegenwärtigen Augenblicks leben, die es ermöglicht, dass die Verbindung zwischen dem Physischen und dem Metaphysischen aktiv ist. In dieser Hinsicht haben wir nur einen Feind, nämlich unser psychisch Mentales bzw. unsere Psyche, die nur aktiv werden kann, wenn es sich eines vergangenen Augenblicks oder erworbenen Wissens bewusst wird oder wenn es sich in eine imaginäre Zukunft projiziert, was jeweils die Epigenetik der Zelle modifiziert. Unser psychisch Mentales muss vermeiden, unseren Zellen ein auch wie immer geartetes Funktionieren aufzuzwingen. In diesem Zusammenhang sei eine zurzeit in Mode gekommene alternative Therapie erwähnt, das Reiki, das man auch als “Kraft des Geistes“ bezeichnen kann. Ihr Begründer ist ein japanischer Meditationslehrer, der vier Jahre, nachdem er das Reiki erfunden hatte, gestorben ist.

Ferner darf kann auch keinerlei Abhängigkeit bzw. Sucht schaffen. Alles ist erlaubt, wenn keine Abhängigkeit besteht, denn die Abhängigkeit modifiziert das Epigenom, indem es funktionelle Gedächtnisinhalte stimuliert, die in unserem vergangenen Erbe aktiv waren, und zwar zu einer Zeit, die vor dem menschlichen Stadium lag. Wir haben nämlich in unseren Zellen das DNA-Molekül, das während der Entstehung des Universums durch die Photonen der elektromagnetischen Kraft gebildet worden ist. Vom Urknall bis zum Menschen, vom Physischen zum Metaphysischen, haben sich Gruppen verschiedener Gene dieser DNA nacheinander aktiviert und wieder inaktiviert, um die verschiedenen funktionalen Phasen zu verwirklichen, wie sie in der Kosmologie und der Exobiologie beschrieben werden. Das bedeutet, dass der Mensch normalerweise aktive Gene besitzt, die dem gesamten Erbe seiner Stammlinie entsprechen, die jedoch mutierten, indem sie sich abgeschaltet haben, um sich der Strukturierung und dem Funktionieren der Zellen des Menschen anzupassen. Genauso wie ein Orchesterleiter die Dynamik der Ausführung einer Symphonie inspirieren kann, so dirigieren die epigenetischen Faktoren die Interpretation der Lektüre der DNA im Inneren einer jeden Zelle, indem sie bestimmte Gene zum Schweigen zwingen. Die Unfähigkeit, diese Gene zum Schweigen zu bringen, ermöglicht jedoch, dass sie sich exprimieren und damit eine Kakophonie hervorrufen, die zu einer Disharmonie auf der Ebene der Zellfunktionen führt. Diese Disharmonie kann sich auf die verschiedenen Funktionen auswirken, die seit dem ersten Augenblick der Stammlinie erworben worden sind:

  • das Rationale, indem der Psyche die Macht über die Zelle gegeben wird, die damit keine Möglichkeit mehr hat, die naturgemäßen Eigenschaften der Zellen und ihre Vermehrung zu regulieren;
  • das Affektive, indem die Verbindung zwischen unserem physischen und dem uns unbekannten metaphysischen Teil umgelenkt wird, um sich anderen Formen des Physischen  oder Symbolen des Metaphysischen zu widmen und damit die Möglichkeit zu verlieren, sich zu lieben, sich mit seiner Seele zu verbinden;
  • das Mesoderm, indem es steif strukturiert wird, wobei das kalzifiziert wird, was z.B. geschmeidig und beweglich bleiben sollte;
  • das Endoderm, indem der Metabolismus modifiziert wird und dabei Anabolismus und Katabolismus vertauscht werden;
  • das Ektoderm, indem das Relationale, die Beziehungsebene in Mitleidenschaft gezogen wird, und damit der Austausch, der uns ermöglicht, das für uns zu behalten, was für die Aufrechterhaltung unserer Funktionen notwendig ist und das, was für sie schädlich ist, auszuscheiden, also der Egozentrismus ohne Egoismus, wobei Letzterer das Geben verhindert, aber auch ohne Altruismus, der dem Ausscheiden im Wege steht;
  • das Emotionale schließlich, das uns ermöglicht zu hören um zu begreifen, um die Realität des gegenwärtigen Augenblicks zu leben, was auf keinen Fall zu verwechseln ist mit der Realität “unseres“ gegenwärtigen Augenblicks, also unseren Wünschen und unserem Vergnügen.

Abgesehen von Sucht und Abhängigkeit gibt es auch eine Therapie, die das Epigenom modifiziert, indem sie Produkte der Natur in Form von gespeicherten Informationen und nicht in ihrer materiellen Form verwendet. Das Konzept beruht auf der Vorstellung, dass eine Substanz, die ein Symptom provoziert, dazu verwendet werden kann, um eben dieses Symptom zu behandeln, wenn dieses eine Krankheit ist. Aber in diesem Falle ist das provozierte Symptom nur eine Warnung, die die Zellen aussprechen, wenn sie einem neuen Umfeld ausgesetzt werden, das nicht mehr dieselbe Lektüre des Genoms ermöglicht, wie sich das normalerweise vollzog. Indem nämlich nur die gespeicherten Informationen dieser Substanz auf der Zellebene eingeschleust werden, wird die Epigenetik modifiziert, die dann keine Möglichkeit mehr hat, eine Warnung von sich zu geben, wenn dieses neue Umfeld wieder in Erscheinung tritt.

Das Gleiche in der Unterschiedlichkeit akzeptieren, wie die Eizelle und das Spermium in ihrer Form unterschiedlich, aber in ihrer Funktion gleich sind; und gleichzeitig die Unterschiedlichkeit im Gleichen akzeptieren, gleich in der Gegenwart, aber unterschiedlich in Vergangenheit und Zukunft.

Das zu akzeptieren würde bedeuten, Frieden auf Erden zu ermöglichen: das Gleiche akzeptieren, das menschliche Wesen in der Unterschiedlichkeit, was symbolisch in der Hautfarbe, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion … zum Ausdruck kommt; und die Unterschiedlichkeit akzeptieren, Mann und Frau im Gleichen, im menschlichen Wesen.

Akzeptieren, dass man im gegenwärtigen Augenblick NICHTS (Sandkorn) ist angesichts des GANZEN (Universum) im Absoluten. Aber zu akzeptieren, dass man Nichts ist, bedeutet nicht, nichts zu tun, ganz im Gegenteil, man muss tun, was man tun muss, und nicht, was man tun möchte. Dazu helfen uns die Ereignisse, die unsere Existenz bereichern. Wenn wir akzeptieren, sie zu hören um sie zu begreifen und nicht um sie als Probleme anzusehen, die es zu lösen gilt, dann erlauben sie uns, den Weg zu erahnen, den wir gehen müssen.

Die Wiederherstellung einer Harmonie zwischen dem Physischen und dem Metaphysischen des menschlichen Wesens ermöglicht es, bestimmte Symptome zum Verschwinden zu bringen, vorausgesetzt  dass keine schweren  therapeutischen Eingriffe vorgenommen werden müssen. Aber bei schweren Krankheiten, die auch mit richtig  angewandten konventionellen Therapien nicht eingedämmt werden können, ermöglicht die Wiederherstellung der Harmonie, dass diese Therapien in ihrer Wirksamkeit eine Änderung erfahren und nun ihre Effizienz zur Geltung bringen können und so die Beschwerden der Patienten schnell lindern können. Dies kann ich immer wieder feststellen und diesbezüglich erscheint es mir auch von Interesse, leidenden Menschen durch einfache Ratschläge  im Hinblick auf eine Änderung ihrer Einstellung helfen zu können, wenn es z.B. unmöglich ist, ihnen direkt durch eine photonische Harmonisierung mit dem von mir entwickelten Verfahren zu helfen.

In der Astrophysik bereitet eine Unbekannte in der Welt der Forscher Probleme: Wie wird das Universum enden? Zum jetzigen Zeitpunkt stellen wir fest, dass sich das Universum beständig ausdehnt. Wird sich diese Ausdehnung zeitlich unbegrenzt fortsetzen oder wird es im Gegenteil zu einer Zusammenziehung bis hin zum sog. Big Crunch kommen?

Wenn wir nochmals die Entwicklung der schwangeren uterinen Welt betrachten, dann stellen wir fest, dass der Uterus bis zum vierten Monat der Schwangerschaft ein offenes Universum ist, sich also in beständiger Ausdehnung befindet, aber ab dem vierten Monat kommt es zur Verschmelzung der beiden Schleimhäute Dezidua parietalis und Dezidua capsularis, wodurch der Uterus zu einem geschlossenen Universum wird. Dies ermöglicht dem Uterus am Ende der Schwangerschaft, seinen ganzen Inhalt auszustoßen und sich in sich selbst zurückzuziehen. Der vierte Monat entspricht also der halben Lebensspanne dieses Universums und augenblicklich befinden wir uns ebenfalls in der halben Lebensspanne unseres Universums.

Auf der Bedeutungsebene verwechseln wir üblicherweise die beiden Begriffe Existenz und Leben. Diese neue Sicht des Menschen zeigt uns, dass wir die Existenz mit dem Physischen verknüpfen können, dessen letztliche Bestimmung der Tod ist. Das Leben ist jedoch an das Metaphysische gebunden, dessen weiterer Werdegang in die Geburt einer anderen Form des Physischen mündet. Die Wiederauferstehung nach dem Tod ist also keine Utopie, da das Physische innig mit dem Metaphysischen verbunden ist.

Dr. Claude PIRO – April 2019

Übersetzung: Hermann Demharter